Es ist fast ein ganzes Jahr her, dass wir das letzte Mal telefoniert haben. Und ich mich, nebenbei gesagt, zum Affen gemacht habe. Wir hatten, ja, was hatten wir eigentlich? Wir hatten den Versuch einer Beziehung, einiges ist da schief gelaufen. Zum einen spiele noch E. das Arschloch mitrein, zum anderen war er 31 cm größer als ich. Auch wenn ich es nicht als Problem sah, im Prinzip hat es mich doch gestört.
Vor einem Jahr, genauer gesagt vor einem Jahr und einem Tag wollte ich zu ihm fahren. Es war schon vorbei. Schon sechs oder sieben Wochen und irgendwie vermisste ich ihn. Zumindest bildete ich mir das damals ein. Heute denke ich eher, ich hab einfach Nähe und Geborgenheit vermisst. Eben das, was ich von E. niemals bekam. Ich fuhr nicht und Anfang November telefonierten wir. Ich bettelte um eine zweite Chance, er gab sie mir nicht, sondern tat mir richtig weh, in dem er sagte, er hätte eine andere.
Heute kann ich sagen, es ist einfach blöd gelaufen und es sollte nicht sein. Er war nicht der Richtige und ich war auch nicht die Richtige für ihn. So einfach ist es heute. Damals tat es weh.
Auf der Heimfahrt von der Schule rief ich ihn an. Gestern hatte er Geburtstag. Er war ehrlich erstaunt und ich hatte Lampenfieber. Anfangs war unser Gespräch holprig und fiel nicht so ganz leicht. Doch haben wir knapp 10 Minuten geplaudert. Er macht jetzt sein Praxissemester in Berlin und führt eine Nahbeziehung. Freut mich zu hören, dass er noch mit ihr zusammen ist. Ich gönn es ihm. Das einzige was ich ihm neide, ist, dass die zwei dieses Semester nur ein paar Stationen mit der U-Bahn haben. Wobei er sowieso weniger Kilometer hatte als ich.
Vorallem tat mir es gut, von mir zu erzählen. Zu sagen, dass es mir gut geht, was ich für Ziele habe, mit der Schule. Einfach zu zeigen, dass ich mich in dem Jahr verändert habe. Zu sagen, ich freu mich für dich und es auch ehrlich zu meinen und keine hohlen Phrasen zu dreschen, weil Verständis gut ankommt. Ich freu mich für ihn und für mich.
Mir fiel es leicht mit ihm zu telefonieren und auch ehrlich zu sagen, was ich denke. Mal gucken, ob wir wieder mehr Kontakt zu einander haben werden. Ich würde mich freuen, reden konnte ich gut mit ihm.
Wenn es nicht soweit kommt, kann ich wenigstens sagen, an mir liegt es nicht.
Drei Songs nach dem Telefonat:
- als ich auflegt habe lief "Das Beste" von Silbermond, es paßte so gut, das Telefonat erfolgreich beendet und zu wissen, dass so wie es gekommen ist, es wirklich das Beste ist.
- "Goodbye" von Sasha: "so we say good bye, bye bye, bye bye and we put our hands up in the sky and wave our handkerchiefs you gotta leave so we say good bye, bye bye, bye bye", es fällt mir leicht, ihn endgültig loszulassen und bin nicht traurig. Das was wir hatten war schön, aber mehr sollte es nie sein.
- "You give me something" von James Morrison, weil es einfach nur toll klingt. Und weil er mir etwas gibt, dass ich keine Angst haben brauche.